Geduld am Ende

Nach erneuter Sachbeschädigung schränkt Benstorf Vermietung der Grillhütte ein

Benstorf (gök). Der Frust sitzt tief in Benstorf. Nach einer erneuten Serie von Sachbeschädigungen an der beliebten Grillhütte zieht der Ortsrat nun drastische Konsequenzen. Die Einrichtung sowie das dazugehörige Festzelt werden ab sofort nicht mehr an Privatpersonen vermietet. Künftig bleibt die Nutzung ausschließlich dem Ortsrat sowie den örtlichen Vereinen wie der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft vorbehalten.

Der jüngste Vorfall ereignete sich im Zeitraum zwischen Samstag, dem 1. August und Dienstag, dem 4. August. Bislang unbekannte Täter wüteten auf dem Gelände, hebelten gezielt die Halterungsbolzen und Querspriegel des Zeltgestänges heraus und beschädigten das verzinkte Material schwer. Mehrere der herausgebrochenen Bauteile versenkten die Vandalen anschließend im angrenzenden Teich. Von den sieben versenkten Elementen konnten bislang drei geborgen werden. Um die restlichen Teile aus dem Wasser zu holen, prüft man derzeit den Einsatz von Bergemagneten, im schlimmsten Fall muss der Teich abgepumpt werden. Ortsbürgermeister und Ortsbrandmeister Gerrit Schäfer hat im Namen des Ortsrates Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Tat reiht sich in eine ganze Serie von Vandalismusvorfällen auf dem Areal ein, die bereits Anfang des Jahres begann. Bereits im April wurden Brandlöcher in den stabilen Eichentisch gebrannt, Gartenmöbel im Teich versenkt und Bänke mit Graffitis verunstaltet. Zudem wurden in der Vergangenheit immer wieder die Zeltplanen mit Cuttermessern zerschnitten. Erst im vergangenen Jahr hatte der Ortsrat knapp 2 000 Euro investiert, um das Gestänge mit neuen Planen auszustatten. Um diese zu schützen, wurden sie zuletzt nach jeder Veranstaltung zeitaufwendig abgebaut. Das dauerhaft installierte Gestänge hielt man eigentlich für robust genug – ein Trugschluss, wie sich nun herausstellte. Zwar ließen sich die aktuellen Schäden am Gestänge durch Schweißarbeiten reparieren, doch an den bearbeiteten Stellen würde das verzinkte Material künftig rosten. Zudem ist der logistische Aufwand für die Dorfgemeinschaft nicht mehr tragbar. Für den Auf- und Abbau der schweren, eigens vor rund 20 Jahren angefertigten Konstruktion werden jedes Mal mindestens sechs Personen benötigt. Dieser Aufwand sei ehrenamtlich nicht mehrfach im Jahr zu leisten, wenn das Material im Anschluss immer wieder mutwillig zerstört werde.

Gerrit Schäfer bedauert die Entwicklung außerordentlich, sieht aber keine Alternative mehr zum privaten Vermietungsstopp. „Das Gelände ist einer der schönsten Orte im Dorf und es spricht weiterhin nichts dagegen, dass sich Bürger dort friedlich aufhalten. Dass nun wenige Unbelehrbare das Angebot für die gesamte Gemeinschaft ruiniert haben, ist bitter, aber der finanziellen und personellen Belastungsgrenze geschuldet“, so Schäfer. Zeugen, die zwischen dem 1. und 4. August ungewöhnliche Beobachtungen an der Grillhütte Benstorf gemacht haben oder Hinweise zu den Tätern geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei Bad Münder unter der Telefonnummer 05042 / 50640 zu melden.

Foto7764: Die Grillhütte wird nicht mehr privat vermietet

Foto7780: In den letzten Wochen wurde auch der massive Tisch an der Grillhütte beschädigt