19:19 beim Ländervergleich
Niedersachsen und Brandenburg trennen sich im Boxen unentschieden / Debütant aus Oldendorf sorgt für Überraschung
Oldendorf/Falkensee (gök). Mit einem leistungsgerechten 19:19-Unentschieden ist der Ländervergleichskampf zwischen Niedersachsen und Brandenburg in Falkensee zu Ende gegangen. Die Boxer des KSC Rinteln und des SC Saaletal aus Oldendorf lieferten sich mit ihren Brandenburger Gegnern spannende Duelle und sorgten laut des niedersächsischen Trainers Christian Unger für beste Werbung für das olympische Boxen.
Insgesamt kamen 13 Kämpfe zur Austragung. Die niedersächsische Auswahl konnte dabei sechs Begegnungen gewinnen, musste sich sechsmal geschlagen geben und erreichte ein Unentschieden. Am Ende spiegelte das 19:19 die Ausgeglichenheit des gesamten Vergleichskampfes wider. Eines der absoluten Highlights des Abends lieferte Miran Unger. Der Neffe vom Rintelner Trainer Christian Unger und Enkel vom Oldendorfer Trainer Helmut Unger stand in Falkensee zum ersten Mal überhaupt in einem offiziellen Boxkampf im Ring – und bekam es bei seinem Debüt gleich mit dem amtierenden deutschen Vizemeister im Schwergewicht zu tun. Die Anspannung vor dieser schwierigen Aufgabe war entsprechend groß. Doch der junge Boxer ließ sich davon im Ring nichts anmerken. Er stellte sich der Herausforderung, setzte die Vorgaben seiner Trainer konsequent um und sorgte schließlich für eine große Überraschung – Unger gewann seinen Debütkampf vorzeitig gegen den deutschen Vizemeister. Ein besonderer Erfolg für den jungen Schwergewichtler und zugleich ein emotionaler Moment für das Trainerteam. Mit Cheftrainer Christian Unger in der Ecke und seinem Großvater Helmut Unger als Teil des Trainerstabs wurde der erste Auftritt von Miran Unger zu einem der Höhepunkte der gesamten Veranstaltung.
Für einen weiteren sportlichen Höhepunkt sorgte Albany „Lorenzo“ Weiss im Hauptkampf des Abends. Im Halbschwergewicht zeigte Weiss eine technisch und taktisch hochklassige Leistung. „Mit kontrolliertem Boxen, guter Übersicht und konsequenten Aktionen bestimmte er den Kampf und setzte sich schließlich vorzeitig in der dritten Runde durch. Seine Vorstellung war nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern zugleich beste Werbung für das olympische Boxen. Technik, Taktik, Athletik und konsequente Ringarbeit machten den Hauptkampf zu einem würdigen Abschluss des Ländervergleichs“, erklärte Christian Unger.
Auch abseits der sportlichen Ergebnisse hinterließ der Vergleich einen hervorragenden Eindruck. Der Landesverband Brandenburg richtete die Veranstaltung gemeinsam mit dem TSV Falkensee unter der Führung von Christian Schmidt aus und sorgte für einen würdigen Rahmen für die Begegnung der beiden Landesauswahlen. Die zahlreichen spannenden und ausgeglichenen Kämpfe zeigten dabei laut Christian Unger einmal mehr, welchen Stellenwert solche Vergleichsveranstaltungen für die Entwicklung der Athleten im olympischen Boxsport haben. Gerade für junge Boxer sind Wettkämpfe gegen Gegner aus anderen Landesverbänden eine wichtige Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln und sich sportlich weiterzuentwickeln. Für das Trainerteam war der Auftritt in Falkensee daher nicht nur aufgrund des Ergebnisses ein Erfolg. Die Mannschaft präsentierte sich geschlossen und konnte wichtige Wettkampferfahrung mit nach Niedersachsen nehmen.
Nach dem 19:19 ist die sportliche Frage, welches Team die Nase vorn hat, zunächst unbeantwortet geblieben. Eine Entscheidung soll es beim Wiedersehen geben. Für den Sommer 2027 ist der Rückkampf in Niedersachsen geplant. Dann werden Brandenburg und Niedersachsen erneut aufeinandertreffen. Nach dem ausgeglichenen ersten Vergleich und zahlreichen spannenden Kämpfen sind die Voraussetzungen für einen ebenso attraktiven Rückkampf bereits geschaffen.
Foto Vergleichswettkampf: Amiro Weiss, Christian Unger, Lorenzo Weiss, Moses Weiss
Foto Milan Unger: Milan Unger gewinnt überraschend seinen ersten Boxkampf

