Mittelalterliches Treiben und eiserne Härte in der Coppenbrügger Burg
Drittes Spectaculum zieht wieder Zuschauer an
Coppenbrügge (gök). Das 3. Coppenbrügger Spectaculum hat die historische Burg am Wochenende wieder in eine lebendige Kulisse aus vergangenem Zeiten verwandelt. Bereits kurz nach der Eröffnung strömten zahlreiche Besucher auf das Gelände, sodass die Veranstaltung nahtlos an den Erfolg des Vorjahres anknüpfte, als rund 4000 Mittelalterfans den Weg nach Coppenbrügge fanden. Das Fest hat sich laut des Organisators Holger Körner bewusst organisch auf ein gesundes Niveau eingependelt, um den Markt überschaubar und für die Infrastruktur des Fleckens verträglich zu halten. Mit rund 40 Ausstellern sowie zahlreichen Lagern bot das Gelände eine familiäre und entspannte Atmosphäre, bei der von den behördlichen Genehmigungen bis hin zum verkaufsoffenen Markttreiben alle Auflagen reibungslos erfüllt werden konnten.
„Ein besonderer Höhepunkt für Groß und Klein war der Kinderumzug, bei dem nicht nur die jungen Teilnehmer mit Begeisterung dabei waren, sondern auch die Spalier stehenden Zuschauer“, war Körner begeistert. Für die passende Eröffnung sorgte Körner gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Küllig. Der Rathauschef zeigte sich zwar ohne mittelalterliches Gewand, aber legte natürlich die Bürgermeisterkette an. Der Flecken Coppenbrügge unterstützt die Veranstaltung als Ansprechpartner im Schlosspark tatkräftig, auch wenn die Ausrichtung komplett in den Händen der Veranstalter liegt. Körner lobte aber die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus, die besonders in Person von Gerald Mehrtens und Maik Größel mit Rat und Tat zur Seite standen. Für die Einhaltung aller Sicherheitsauflagen, insbesondere beim Umgang und Verkauf von scharfen Stichwaffen an den Händlerständen, hatte der Landkreis bereits am Morgen gesorgt. Neben dem bunten Marktleben rundeten eine Kinderfeuershow am Nachmittag sowie eine spektakuläre Abendfeuershow das Tagesprogramm ab.
Den absoluten Publikumsmagneten bildeten in diesem Jahr die Kämpfer der Eisenliga, des deutschen Dachverbands für historisch gerüsteten Vollkontaktsport. In der Arena im Innenbereich der Burg, die von den umliegenden Burgmauern aus wie ein Amphitheater einen hervorragenden Blick für die Zuschauer bot, gingen rund 30 Kämpfer mit echten Rüstungen und stumpfen Stahlwaffen voll zur Sache. „Da das Turnier in Coppenbrügge bewusst kleiner und anfängerfreundlicher gestaltet ist, nutzten vor allem viele Nachwuchskämpfer aus ganz Deutschland die Chance, ihre Trainingsfortschritte im „Drei-gegen-Drei“-Format erstmals in voller Montur zu testen“, erklärte Turnier-Organisator Jonas Freese im Gespräch. Angetrieben von der Kulisse schlugen die Teams auch ihr Lager direkt auf dem Burggelände auf. Unter der strengen Aufsicht der Marshals, den Schiedsrichtern in weißen Wappenröcken, wurde auf dem Kampffeld – der List – kein Schaukampf geboten, sondern echter Vollkontakt. Nach den Regeln verliert das Team, sobald alle seine Kämpfer durch einen dritten Kontaktpunkt – etwa ein Knie, eine Hand oder einen Sturz – am Boden sind. Am ersten Tag traten die Mannschaften in den Dreier-Formationen gegeneinander an, während am zweiten Tag die Fünfer-Kämpfe im sogenannten Buhurt auf dem Programm standen. Durch den großen Zuspruch der Szene mussten sogar einigen Teams abgesagt werden, da die Platzkapazitäten der Burg voll ausgeschöpft waren. Die entspannte Stimmung und das große Publikumsinteresse machten die diesjährige Auflage zu einem vollen Erfolg und lassen bereits jetzt viele Besucher auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr hoffen.
Foto7816: Gerade für die kleinen Besucher wurde viel geboten
Foto7818: Gerald Mehrtens, Thomas Küllig und Maik Größel vom Flecken Coppenbrügge unterstützten die Organisatoren
Foto7819: An vielen Ständen gab es Leckereien
Foto7824: Eine Wache sorgte dafür, dass nur Kämpfer in den Burginnenhof gelangten
Foto7837+7863+7883: In der „List“ kämpften die Kämpfer der Eisenliga – der Bundesliga des Ritterkampfes
Foto7880: Von der Burgmauer aus konnten die Zuschauer den Kämpfen im Burginnenhof zugucken
Foto7888: In der „Hexenschänke“ gab es ausreichend Getränke








