Obstwiesenpflegeverein seit einem Jahr im Landkreis aktiv

Einladung zum Familienfest bei Kleinenberg/Bad Pyrmont

Lauenstein/Bad Pyrmont (gök). Schleichend verschwindet ein kostbarer Baustein kultureller Prägung immer weiter aus dem Landschaftsbild: Die Streuobstwiese. „Dieses Landschaftselement ist bedroht durch mangelnden Bedarf an Nutzung. Viele für die Bewirtschaftung unattraktive Flächen fallen aus der Pflege, weil der Aufwand nicht gedeckt wird oder es unklare Erbverhältnisse gibt. Ökologisch betrachtet, haben auch diese der Verwilderung überlassenen Flächen ihren Wert, bedeuten aber auf Dauer den Verlust an Offenland, der nur schwer rückgewonnen werden kann und zu Wald wird“, erläutert Lennard Thale Bombien, Biologe und Mitbegründer des Vereins des Obstwiesenpflegevereins.

Für die Artenvielfalt bedeutet dies laut Bombien einen eklatanten Verlust. Die strukturreiche Offenlandschaft bietet zahlreiche Nischen für viele spezialisierte und bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Somit stellt sie ein stabiles Refugium in Zeiten des Klimawandels dar. Bereits über zehn Hektar betreut der Verein in Kooperation mit dem Schäfer Georg Petau im Kreisgebiet. Dieser unterhält eine gemischte Herde aus Schafen und Ziegen, die den wichtigsten Beitrag leisten: Gehölze ausbeißen, Gras niedrig halten und Samen austauschen.

Gemeinsam mit der NABU-Aktivistin Steffi Maltzahn initiierten sie den eingetragenen Verein für Artenschutz und Umweltbildung. „Der Erhalt wird nur gelingen, wenn die Menschen von diesem Lebensraum erfahren und sich fachlich angeleitet einbringen können. Daher organisieren wir Sensen- und Obstschnittkurse, bieten Kräuterwanderungen und laden zu Veranstaltungen auf die Obstwiese ein – und unser einjähriges Jubiläum gibt allemal dazu Anlass“, ist sie überzeugt.

Am Samstag, den 26. September ab 14 Uhr können Interessierte den Verein auf dem Obstwiesenfest bei Kleinenberg kennenlernen. „Es wird wieder Informationen, Kulinarisches und ein buntes Programm für die ganze Familie geben. Auch dürfen die Gäste sich als Selbstpflücker am Obstbestand bedienen und können vor Ort als Kostprobe Saft pressen. „Uns ist es wichtig, in Gemeinschaft erlebbar zu machen, welchen Erholungs- und Erhaltungswert Obstwiesen besitzen“, bekundet Werner Anders aus dem Beirat, der in Kooperation mit dem Verein die Obstwiese am Kriegerdenkmal in Lauenstein pflegt.

Foto: Der Vorstand freut sich auf zahlreiche Besucher am 26. September