Zwischen Erholung und Herausforderungen

Naturfreundehaus Lauenstein blickt optimistisch in die Zukunft

Lauenstein (gök). Das Naturfreundehaus Lauenstein hat nach der herausfordernden Pandemie wieder Fahrt aufgenommen, wie der Vorsitzende des Trägervereins Naturfreunde Lauenstein Bernd Golembek und Hausleiter Carsten Tiede im Gespräch klarstellten. Nach den schweren Corona-Jahren, in denen der Betrieb phasenweise fast vollständig zum Erliegen kam, normalisiert sich das Belegungsgeschehen schrittweise wieder. Mit Blick auf die Übernachtungszahlen im Gebäude selbst schaut das Leitungsteam optimistisch nach vorn. „Dank der langfristigen Buchungsvorläufe von Gruppen liegt unsere Jugendbegegnungsstätte aktuell bereits bei rund 9 500 festen Anmeldungen für dieses Jahr, weshalb wir auf ein entsprechendes Wachstum hoffen“, so Bernd Golembek. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Areal inklusive des Zeltplatzes knapp 13 000 Übernachtungen.

Trotz dieser positiven Erholung im Kernbereich sieht sich die Einrichtung mit spürbaren Nachwirkungen der Pandemie und veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert. Ein deutliches Sorgenkind bleibt derzeit der Zeltplatz, der trotz der vor einigen Jahren neu erbauten Sanitäranlagen weniger stark nachgefragt wird als früher. Um den geänderten Gästebedürfnissen gerecht zu werden und neue Zielgruppen zu erschließen, plant der Verein in diesem Bereich gezielte bauliche Maßnahmen. Unter anderem soll das alte Sanitärgebäude auf dem Zeltplatz zu einer modernen Selbstversorgerküche umgebaut werden. Weil die finanziellen Reserven durch die Corona-Zeit aber weitgehend aufgebraucht sind, hofft die Leitung auf entsprechende Fördergelder. Dank des starken ehrenamtlichen Engagements und der handwerklichen Expertise unter den Vereinsmitgliedern könnten viele Umbauarbeiten in Eigenleistung gestemmt werden.

Hinzu kommen immense Kostensteigerungen im Transportsektor, die vor allem Kindergärten, Schulen und Vereine belasten. Wenn Busunternehmen mehrere Tausend Euro für eine An- und Abreise aufrufen, wird das Budget für viele Gruppen unerschwinglich. Aus diesem Grund weichen zahlreiche Gruppen bei anderen Einrichtungen auf die Bahn aus. In Lauenstein sorgt jedoch die erfolgte Verlegung des örtlichen Bahnhofs von Voldagsen nach Marienau für erhebliche Probleme beim Naturfreundehaus. Von Marienau aus müssen Grundschulklassen und Kindergruppen einen knapp fünf Kilometer langen Fußmarsch bewältigen, wobei die fehlende Verkehrsinfrastruktur entlang der Bundesstraße 1 zusätzlich erhebliche Sicherheits- und Aufsichtsprobleme mit sich bringt. Trotz der starken Unterstützung durch den Bürgerbusverein und eigener Transportmöglichkeit steht das Haus hier vor großen Herausforderungen. Vor der Verlegung des Bahnhofes kamen bis zu 4 000 Gäste pro Jahr mit dem Zug, jetzt ist diese Zahl auf unter 1 000 gefallen.

Zudem steht mittelfristig eine größere Investition in die technische Infrastruktur an, da das seit zwölf Jahren verlässlich laufende Blockheizkraftwerk in absehbarer Zeit modernisiert werden muss. Hoffnung macht der Vereinsführung, dass man mit dem Landkreis in vielversprechenden Verhandlungen bezüglich der Anpassung des Zuschusses zum Betrieb der Jugend- und Begegnungsstätte ist. „Der jetzige Betrag wurde zuletzt vor mehr als zehn Jahren angepasst und beinhaltete auch keine Dynamik, während die Kosten gerade in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind“, so Golembek.

Auch personell und konzeptionell hat sich das Naturfreundehaus neu aufgestellt. Das Team rund um das Hauspersonal wurde auf zwölf Mitarbeitende aufgestockt. „Mit Jens Fehrmann übernahm ein erfahrener Koch die Küchenleitung. Wir wollen jetzt vor allem das Geschäft für Außer-Haus-Verpflegung wieder intensivieren und mit einer überarbeiteten Speisekarte flexibler gestalten“, erklärt Carsten Tiede, was laut dem Hausleiter eine wichtige Einnahmequelle ist. Trotz all der logistischen Herausforderungen zwischen Gruppenverpflegung, Familienfeiern und Jugendbegegnungen blickt die Führung mit großem Engagement nach vorn, um das Haus mit seinen insgesamt über 120 Schlafplätzen in den Bettenzimmern, der Ferienwohnung und den Blockhütten erfolgreich durch die Zukunft zu steuern.

Foto: Das Naturfreundehaus konnte seine Besucherzahlen nach der Pandemie wieder deutlich steigern

Foto: Koch Stephan Molch, Hausleiter Carsten Tiede, Küchenchef Jens Fehrmann und der Vorsitzende Bernd Golembek blicken optimistisch in die Zukunft