Erster Ansatz beim Hochwasserschutz

Kleine Bauwerke sollen Ockensen schützen

Ockensen (gök). Ockensen wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von schweren Starkregenereignissen getroffen. Regelmäßig mussten die Freiwillige Feuerwehr und zahlreiche ehrenamtliche Helfer ausrücken, um das Eigentum der Bürger zu schützen und überschwemmte Straßen vom Schlamm zu reinigen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein erstes Konzept für den Starkregenschutz vorgestellt wurde, kam der Ortsrat Wallensen nun im Dorfgemeinschaftshaus Ockensen zusammen, um über das weitere Vorgehen und konkrete Schritte zur Entlastung des Ortes zu beraten.

Grundlage der aktuellen Diskussion ist eine Starkregenanalyse, die das Hildesheimer Ingenieurbüro Pabsch im Auftrag erarbeitet hat. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden Fließwege analysiert, die Situation vor Ort aufgenommen sowie vergangene Unwetter ausgewertet. Unter Einbindung des Landkreises Hameln-Pyrmont, des Leineverbandes und nach Gesprächen mit örtlichen Landwirten zur Regenrückhaltung wurden die wesentlichen Schwachstellen identifiziert und konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet. Für eine neue Dynamik sorgt zudem ein Biber, der mittlerweile bei Ockensen einen Damm gebaut hat – welche konkreten Auswirkungen dies auf den Wasserablauf haben wird, ist derzeit allerdings noch unklar.

Erste Maßnahmen aus der Analyse sollen noch im Laufe dieses Herbstes umgesetzt werden. Geplant ist der Bau von zwei Abschlagbauwerken am Ockenser Bach, die den Durchfluss im Bedarfsfall um jeweils 25 Prozent verringern. Dadurch können bei Starkregen Teilwassermengen bereits vor der Ortslage abgefangen und über bestehende Gräben um das Dorf herum direkt in die Saale abgeleitet werden. Ergänzend dazu soll der Ockenser Bach innerhalb der Ortslage kurzfristig wie schon im Vorjahr von Schlamm befreit werden, um das Abflussvolumen – insbesondere unter der Brücke an der Saalestraße – deutlich zu vergrößern.

Trotz dieser Fortschritte bleiben Herausforderungen bestehen, da für das aus dem nordwestlichen Bereich über die Bergstraße in den Ortskern strömende Wasser noch keine Lösung vorliegt. Entsprechende Maßnahmen hierfür sowie weitere Schritte aus der Analyse sollen erst in den kommenden Jahren im Rahmen eines umfassenden Hochwasserschutzkonzeptes umgesetzt werden, wofür entsprechende Mittel im nächsten Haushalt einzuplanen sind. Ortsratsmitglied Manfred Roth (SPD) fasste das Ergebnis der Sitzung während der Diskussion einfach zusammen: „Wir haben das größte Problem mit der jetzigen Maßnahme noch nicht gelöst, aber es ist ein Anfang.“

Foto: Der Ockenser Bach im Zentrum von Ockensen soll ausgebaggert werden, um mehr Wasser bei Bedarf führen zu können