Weitere WOLT-Projekte auf dem Weg

Nachfrage nach Dorfentwicklung wird größer

Ockensen/Salzhemmendorf (gök). Die Zukunft der WOLT-Region – bestehend aus den Ortschaften Wallensen, Ockensen, Levedagsen und Thüste – stößt bei den Bürgern auf großes Interesse. Bei der jüngsten Sitzung des Ortsrates Wallensen im Dorfgemeinschaftshaus Ockensen waren sämtliche Besucherplätze restlos besetzt. Im Mittelpunkt der intensiven Beratungen standen die aktuellen Förderanträge sowie die notwendige Fortschreibung des dynamischen Dorfentwicklungsplanes, mit dem die Region in den kommenden Jahren umfassend aufgewertet werden soll.

Dass sich das Engagement in der Dorfregion bereits jetzt auszahlt, zeigen die ersten Meilensteine des mit Ratsbeschluss im Mai 2025 festgeschriebenen Dorfentwicklungsplanes. Für die Erneuerung des Uferbereichs an der Thüster Beeke hat das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) bereits Grünes Licht gegeben. Bei förderfähigen Gesamtausgaben von rund 367 781 Euro fließen Zuschüsse in Höhe von 90 Prozent – sprich 331 003,48 Euro – in die Region. Der Bewilligungszeitraum läuft bis Mitte 2027, während derzeit das Ausschreibungsverfahren für die Planungsleistung vorbereitet wird. Die Vergabe soll bereits Ende August erfolgen. Hinsichtlich weiterer Großvorhaben, wie der Einfassung der Saale an der Angerstraße in Wallensen mit geschätzten Kosten von etwa 700 000 Euro sowie der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Ockensen samt Nebenanlagen und Umfeld mit geschätzten Kosten von 400 000 Euro, wird eine finale Entscheidung des ArL für Ende September oder Anfang Oktober erwartet. Auch auf privater Ebene trägt das Programm Früchte. Alle fünf eingereichten Förderanträge von Privatpersonen wurden bewilligt und befinden sich teilweise bereits in der baulichen Umsetzung.

Da das Förderprogramm dynamisch angelegt ist und von stetigen Anpassungen lebt, haben das Planungsbüro sowie die lokale Lenkungsgruppe den Maßnahmenkatalog neu strukturiert. Für den bevorstehenden Antragsstichtag Ende September 2026 wirft vor allem die Neugestaltung des Brunnenplatzes in Levedagsen mit geschätzten Kosten von rund 400 000 Euro ihre Schatten voraus. Geplant ist der Abriss des ehemaligen Feuerwehrhauses, an dessen Stelle ein moderner Platz errichtet werden soll, um einen attraktiven Treffpunkt für Einwohner und Gäste zu schaffen. Wallensens Ortsbürgermeister Karl-Heinz Grießner lobte das dortige Bürgerengagement ausdrücklich: „Gerade in Levedagsen gibt es eine sehr starke Beteiligung der Dorfgemeinschaft!“

Zudem stehen zwei umfassende Straßenbauprojekte vor der Antragsstellung für 2026. Die Erneuerung der Marienwalder Straße in Wallensen mit höhengleichem Ausbau von Fußwegen, Pflanzflächen und ausgewiesenen Parkplätzen sowie die Umgestaltung des Straßenraumes „Im Gänsebrunnen“ in Thüste. Während im westlichen Teil des Gänsebrunnens bis zur Ortsausfahrt Richtung Levedagsen aufgrund der Belastung durch Schwerlast- und Landwirtschaftsverkehr eine Asphaltierung vorgesehen ist, soll der östliche Bereich mit einem einheitlichen Verbundpflaster gestaltet werden. Bevor die Förderanträge eingereicht werden, sind noch Bürgerbeteiligungen mit den Anwohnern sowie technische Untersuchungen der Kanalisation erforderlich.

Die Dringlichkeit und das Potenzial der Maßnahmen hob auch die Verwaltung im Rahmen der Sitzung hervor. Michael Pauleßen unterstrich die historische Gelegenheit für den Flecken mit den Worten: „So günstig kann der Flecken nie wieder gewünschte Maßnahmen umsetzen.“ Neben den repräsentativen Großprojekten bleiben auch Förderungen für Kleinstprojekte möglich, die örtlichen Vereine werden hierzu noch gezielt kontaktiert und angeschrieben.

Ortsbürgermeister Grießner dämpfte bei aller Begeisterung jedoch auch übertriebene Erwartungen bezüglich des Ausführungstempos und verwies auf die Kapazitätsgrenzen im Rathaus. „Die Verwaltung muss die Maßnahmen auch personell umsetzen können, alle sind dort sehr gefordert!“, betonte Grießner. Aus seiner Sicht wird künftig das Tempo auch nicht schneller, wenn noch weitere Dorfregionen in den Genuss einer Förderung kommen. Nach der einstimmigen Zustimmung des Ortsrates zu den vorliegenden Entwürfen und der angepassten Prioritätenliste – auf der weitere Vorhaben wie die Sanierung des Ratskeller-Grundstücks oder die Gestaltung der Saalestraße in Ockensen folgen – werden die Projekte nun kurzfristig in den zuständigen Fachausschüssen weiterberaten.

Foto8157: Der Gänsebrunnen in Thüste soll saniert werden

Foto8158: Die Gelder für die Sanierung der Uferbefestigung an der Thüster Beeke sind schon bewilligt