Einblicke in gigantische Erdbewegungen

POM feiert 20-jähriges Bestehen an der B240-Baustelle

Marienhagen/Thüste (gök). Seit nunmehr zwei Jahrzehnten setzt sich der Verein „Pro Ortsumgehung Marienhagen B240 e.V.“ (POM) unermüdlich für eine Entlastung der Anwohner vom durchrollenden Verkehr ein. Aus einer spontanen Unterschriftenaktion im Februar 2006 hervorgegangen, hat die Initiative über fünf Bürgerversammlungen, zahlreiche Vorstandssitzungen sowie Gespräche in Hannover und Berlin hinweg maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ortsumgehung langsam Realität wird. Das 20jährige Bestehen feierte der Verein nun mit einem stimmungsvollen Grillfest direkt am Ort des Geschehens an der Brücke am Beerengrund.

Trotz zahlreicher Parallelveranstaltungen folgten über 30 Teilnehmer der Einladung des Vorstands. Neben Samtgemeindebürgermeister Volker Senftleben konnte der Verein mit Ulrich Schmidt-Kania auch den verantwortlichen Planer der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus Hannover begrüßen. Zudem übermittelte Fachbereichsleiter Max-Benjamin Müller eine Grußbotschaft, in der er den unermüdlichen Einsatz von POM ausdrücklich lobte und das große Verständnis der Bevölkerung für die unvermeidbaren bauzeitlichen Immissionen anerkannte. In entspannter Atmosphäre beantworteten die Vorstandsmitglieder Gerhard Knoke, Peter Stippler, Anja Knoke und Ilona Knoke die Fragen der Anwesenden zur aktuellen Entwicklung der Großbaustelle, während man sich noch am Grillstand stärken konnte. Den unbestrittenen Höhepunkt des Tages bildete eine geführte Besichtigung entlang der Trasse der neuen Bundesstraße 240, die von der Brücke am Beerengrund bis zum Einschnitt zum Bruch führte. „Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den immensen Erdbewegungen, der Tiefe des Geländeeinschnitts sowie den aktuell laufenden Felssicherungsarbeiten oberhalb des künftigen Tunnelportals“, so der Vorsitzende Gerhard Knoke.

Neben unzähligen Gesprächen mit Behörden und politischen Vertretern bestand auch immer ein enger Kontakt mit der Bürgerinitiative zur B240 in Holzminden. Der Aufwand brachte schließlich am 4. März 2019 den ersten Spatenstich für die Ortsumgehung Marienhagen und Weenzen-Nord. Danach gab es durch die Pandemie und die Haushaltssperre des Bundes noch einige unvorhersehbare Verzögerungen, doch mittlerweile sind zumindest zwei der vier Brücken für die Ortsumgehung Weenzen-Nord und Marienhagen gebaut. Auch die Trassenführung bis zum Beerengrund ist gelegt und die Arbeiten für den weiteren Verlauf nehmen Fahrt auf. Derzeit wird der Durchbruch zum Bruch mit Unterstützung von Sprengungen hergestellt, Felssicherung für das Tunnel-Südportal sind in Arbeit und der Tunnelbau soll in der zweiten Hälfte 2027 starten. Auch an der Nordseite von Marienhagen laufen Arbeiten und die Streckenführung der neuen B240 nimmt laut Knoke mittlerweile Form an.

Das große Interesse und die positiven Rückmeldungen machten die Jubiläumsveranstaltung laut dem Vorstand zu einem vollen Erfolg, der nach der Rückkehr zum Ausgangspunkt bei weiteren Gesprächen gemütlich ausklang. Auf vielfachen Wunsch sagte der Verein bereits eine Wiederholung ähnlicher Führungen im Zuge des weiteren Baufortschritts zu. Gerhard Knoke zog im Anschluss eine rundum positive Bilanz des Aktionstages: „Abschließend kann man sagen, dass diese Führung ein Erlebnis für alle war.“

Foto001+002: Im Steinbruch waren die gigantischen Erdbewegungen zu erkennen

Foto003: Vertreter von POM führten interessierte Teilnehmer durch die Baustelle