Neues Zuhause für die Schützen

SV Osterwald baut Untergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses um

Osterwald (gök). Der Schützenverein Osterwald steht vor einem Neuanfang. Nachdem der Traditionsverein vor rund drei Jahren überraschend aus seinem langjährigen Quartier in der Gaststätte „Deutsches Haus“ ausziehen musste, fehlte den Aktiven eine eigene Trainingsstätte. Es folgten Jahre der Ungewissheit, der Suche nach Leerständen und Ausweichlösungen im Umland. Nach intensiven Beratungen im Ortsrat und mit der Verwaltung der Flecken Salzhemmendorf hat der Verein nun eine dauerhafte Perspektive erhalten. Die Schützen bauen derzeit die unteren Räumlichkeiten des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) Osterwald zu einem modernen Schießstand um.

Der Weg bis zum ersten Spatenstich war lang. Zahlreiche Objekte im Ort wurden geprüft, erwiesen sich jedoch entweder als ungeeignet oder finanziell unrealistisch. Dass das Vereinsleben in dieser harten Bewährungsprobe nicht zusammenbrach, ist dem Zusammenhalt der derzeit 78 Mitglieder zu verdanken. Zum Trainieren wichen die Schützen zuletzt auf Schießstände in Nachbarorten wie Lauenstein aus. Dennoch blieb der Wunsch nach einer eigenen Heimat bestehen. „Es ist schön, dass wir die Möglichkeit hatten, in Lauenstein zu schießen. Aber zu Hause ist es eben am schönsten“, betont Dirk Lietz vom Vorstand im Gespräch.

Die Eigenleistungen für das neue Projekt im DGH Osterwald laufen bereits seit einigen Wochen auf Hochtouren. An den Wochenenden packen die Mitglieder selbst an, wo es möglich ist. So wurde der Bereich der ehemaligen Sauna im Untergeschoss bereits weitgehend entkernt. Für die Facharbeiten rücken zusätzlich in Kürze die Experten an. Voraussichtlich Ende September starten die umfassenden Bautätigkeiten einer Fachfirma. Dazu gehören unter anderem der Abbruch massiver Wände, das Abfangen von Decken mit Stahlträgern, das Einziehen einer neuen Zwischendecke sowie die Außen-Trockenlegung von Wänden und die Erneuerung der Fenster.

Geplant ist eine Anlage für Luftgewehr und Luftpistole mit vier modernen, elektronischen Schießbahnen. Neben dem eigentlichen Schießstand entstehen ein Aufenthaltsbereich, ein Aufbewahrungsraum für den Verein sowie die geforderten Fluchtwege. Auch Aspekte des Brandschutzes sowie der Schall- und Prallschutz im Schießbereich werden akribisch umgesetzt. Finanziell ruht das Vorhaben laut dem Vorsitzenden Klaus Wüstemann auf einem soliden Fundament. Das Bauvorhaben liegt abzüglich der Eigenleistungen im sehr niedrigen sechsstelligen Bereich, wovon aber auch etwa 14 000 Euro auf die elektronischen Schießanlagen entfallen. Neben Fördermitteln des Landessportbundes Niedersachsen und des Landkreises Hameln-Pyrmont unterstützen die Stiftung der Sparkasse Weserbergland sowie die Rudolf-Hartung-Stiftung das Projekt. Als verlässlicher Partner erweist sich zudem die Gemeinde Salzhemmendorf, mit der ein langfristiger Nutzungsvertrag abgeschlossen wird und die sich unter anderem an den Kosten für Rettungswege und Gebäudesicherung beteiligt. „Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung klappt wirklich klasse. Das kann man wirklich mal erwähnen“, lobt Wüstemann das Zusammenspiel mit den behördlichen Entscheidern.

Einen besonderen Rückhalt erlebte der Schützenverein auch aus der eigenen Bevölkerung. Eine im April gestartete Spendenaktion unter Mitgliedern, örtlichen Geschäftsleuten und Privatpersonen übertraf alle Erwartungen. Das ursprüngliche Ziel von 7 000 Euro war bereits nach drei Wochen erreicht, am Ende wurde es sogar mehr. Klaus Wüstemann zeigt sich gerührt von dieser Welle der Hilfsbereitschaft: „Diese Rückmeldung hat uns richtig Aufwind gegeben. Es hat uns bestärkt, dass es sich gelohnt hat zu kämpfen und dass unsere Arbeit im Dorf anerkannt wird.“

Wenn die Arbeiten nach Zeitplan verlaufen, sollen die Rohbau- und Außenarbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Für den anschließenden Innenausbau visieren die Schützen die Fertigstellung bis zum Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres an. Spätestens zum traditionellen Königsschießen im Spätsommer soll die neue Anlage im Dorfgemeinschaftshaus dann offiziell und feierlich eingeweiht werden.

Foto9085: Dirk Lietz, Klaus Wüstemann und Volker Ebersmann freuen sich, dass die Mitglieder so gut mit anpacken

Foto9086: Der alte Saunabereich wurde schon entkernt, er wird später ein Teil der Schießbahn